Montag, 9. November 2009

20 Jahre Mauerfall

Zu DDR Zeiten war das Sammeln von 1:87 Modellautos ein recht überschaubares Hobby, denn echte Neuheiten gab es zuletzt nur alle paar Jahre mal und es war auch nicht einfach an die alten DDR Modelle von Espewe, Herr, Haufe u.s.w. zu kommen. Inzwischen ist es nun schon 20 Jahre her, daß sich die Grenzen öffneten und die erste Fahrt in den Westen ging damals nach Bamberg. In einem Modellbahngeschäft nahm ich mir einige Prospekte und Neuheitenblätter mit und irgendwie hatte es mir damals der Wiking Katalog besonders angetan. Das erste Wiking Modell kauften mir meine Eltern dann einige Zeit später in Hof. Es war ein VW Caddy (Foto siehe unten) und dieses Modell befindet sich noch heute in meiner Sammlung. Überhaupt habe ich die erste Zeit nur Wiking gesammelt, erst so ab 1993 kamen auch Modelle anderer Hersteller hinzu. Die alten DDR Modellautos sind nach wie vor ein wichtiger Teil meiner Sammlung und stehen auch nicht sperat in der Vitrine, sondern je nach Sammelthema zwischen den anderen Modellen von Wiking, Herpa, Brekina und Co... wiedervereinigt so zu sagen.

Und wie hat sich der Modellautomarkt in diesen 20 Jahren verändert? Damals haben eigentlich die meisten Hersteller einmal im Jahr zur Spielwarenmesse Neuheiten angekündigt, heute heute machen das die meisten mehrmals im Jahr. Insgesamt ist auch das Angebot vielfältiger und spezialisierter geworden. Grundtypen sind es vielleicht nicht unbedingt mehr, aber Bedruckungsvarianten auf jeden Fall. Damals erschienen z.B. Einsatzfahrzeuge üblicherweise in einigen neutralen Varianten und waren so lange im Programm, heute gibt es meistens unzählige Bedruckungsvarianten mit regionalem Bezug. Die Auflagen sind deutlich kleiner als vor 20 Jahren und man tut gut daran, ein Modell sofort nach erscheinen zu kaufen, da oft keine zweite Auflage erfolgt. Auf der einen Seite sind die vielen authentischen Bedruckungsvarianten natürlich eine feine Sache, auf der anderen Seite treiben die kleinen Auflagen aber auch die Preise in die Höhe. Ein anderer Grund für die Preissteigerung, welche in den 20 Jahren gut und gerne 100% ausmacht, ist die wesentlich bessere Detailierung der Modelle. Wenn man ein Modell von 1989 mit einem Modell aus 2009 vergleicht, dann hat sich hier technisch schon eine Menge getan.
Interessant finde ich auch die Entwicklung bei den Modellen nach Ost-Vorbild. Einen Trabant hatten damals Herpa und Wiking schnell im Programm. Aber ansonsten gab es in den 20 Jahren nur eine Hand voll Modelle nach Ost-Vorbild aus Großserienproduktion. So richtig Schwung ist erst in den letzten beiden Jahren in diesen Sammelbereich gekommen. Busch, Herpa und Brekina haben diverse neue Modelle auf den Markt gebracht und auch Modelltec S.E.S. hat endlich mal mit Formneuheiten überrascht, nachdem man fast 20 Jahre nur die alten Formen aus DDR-Zeiten genutzt hat. Ich bin gespannt was da noch kommt, Vorbilder hat es in Osteuropa genug gegeben.


Foto: © Ray Kippig

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