Montag, 16. November 2009

Lada 2101 Volkspolizei von Busch

Kurzlich hat Busch die ersten Einsatzfahrzeuge auf Basis des Lada 2101 ausgeliefert. Neben einem Modell im bundesdeutschen weiß/minzgrün der Berliner Polizei nach der Wende, einem Modell in einer Ost-West-Übergangslackierung und einem Feuerwehrfahrzeug, erschien selbstverständlich die vielleicht wichtigste Variante, ein Streifenwagen der Volkspolizei.

Für das Modell mit der Artikelnummer 50102 habe ich 13,49 Euro bezahlt und ich finde das Modell ist sein Geld wert. Ich möchte sogar sagen, es ist bisher eines der besten Volkspolizei-Modelle überhaupt. Ich habe es für die Fotos einmal neben den Wartburg 353 von Herpa platziert. Grundsätzlich finde ich zwischen den Modellen liegen Welten, aber das Herpa Modell kann hier und da durchaus auch punkten.
Fangen wir oben an. Das Busch Modell hat auf dem Dach eine filigrane DDR-typische Blaulichtbrücke mit separaten Lautsprechern, die ältere Herpa Blaulichtbrücke sieht dieser nur entfernt ähnlich. Bei der Lackierung und Beschriftung haben beide Modelle ihre guten und weniger guten Seiten. Die Volkspolizei-Beschriftung vorn und hinten ist bei Busch deutlich besser, bei Herpa hinten durch das fehlende Wappen sogar falsch. Seitlich trifft Busch wesentlich besser das typische olivgrün (RAL 6003), allerdings fällt diese Lackierung etwas stark nach hinten ab. Das seitliche Wappen ist bei dem Busch Lada etwas groß geraten, hier hatte Herpa das bessere Augenmaß. Vom Grundmodell her ist das Busch Modell z.B. mit freistehendem Spiegel und Lenkrad sowie reichhaltigen Details schon besser, allerdings muß man auch bedenken, daß ein 1985er Wartburg nun mal auch kein Chromdekor hatte.

Der Vergleich mit dem Original zeigt, was Busch hier für ein tolles Modell gelungen ist. Kleinere Abweichungen sind eher der Tatsache geschuldet, dass auf den Originalfotos ein weiterentwickelter Lada 21011 zu sehen ist, der sich in einigen Details unterscheidet.


Fotos: © Ray Kippig

Montag, 9. November 2009

20 Jahre Mauerfall

Zu DDR Zeiten war das Sammeln von 1:87 Modellautos ein recht überschaubares Hobby, denn echte Neuheiten gab es zuletzt nur alle paar Jahre mal und es war auch nicht einfach an die alten DDR Modelle von Espewe, Herr, Haufe u.s.w. zu kommen. Inzwischen ist es nun schon 20 Jahre her, daß sich die Grenzen öffneten und die erste Fahrt in den Westen ging damals nach Bamberg. In einem Modellbahngeschäft nahm ich mir einige Prospekte und Neuheitenblätter mit und irgendwie hatte es mir damals der Wiking Katalog besonders angetan. Das erste Wiking Modell kauften mir meine Eltern dann einige Zeit später in Hof. Es war ein VW Caddy (Foto siehe unten) und dieses Modell befindet sich noch heute in meiner Sammlung. Überhaupt habe ich die erste Zeit nur Wiking gesammelt, erst so ab 1993 kamen auch Modelle anderer Hersteller hinzu. Die alten DDR Modellautos sind nach wie vor ein wichtiger Teil meiner Sammlung und stehen auch nicht sperat in der Vitrine, sondern je nach Sammelthema zwischen den anderen Modellen von Wiking, Herpa, Brekina und Co... wiedervereinigt so zu sagen.

Und wie hat sich der Modellautomarkt in diesen 20 Jahren verändert? Damals haben eigentlich die meisten Hersteller einmal im Jahr zur Spielwarenmesse Neuheiten angekündigt, heute heute machen das die meisten mehrmals im Jahr. Insgesamt ist auch das Angebot vielfältiger und spezialisierter geworden. Grundtypen sind es vielleicht nicht unbedingt mehr, aber Bedruckungsvarianten auf jeden Fall. Damals erschienen z.B. Einsatzfahrzeuge üblicherweise in einigen neutralen Varianten und waren so lange im Programm, heute gibt es meistens unzählige Bedruckungsvarianten mit regionalem Bezug. Die Auflagen sind deutlich kleiner als vor 20 Jahren und man tut gut daran, ein Modell sofort nach erscheinen zu kaufen, da oft keine zweite Auflage erfolgt. Auf der einen Seite sind die vielen authentischen Bedruckungsvarianten natürlich eine feine Sache, auf der anderen Seite treiben die kleinen Auflagen aber auch die Preise in die Höhe. Ein anderer Grund für die Preissteigerung, welche in den 20 Jahren gut und gerne 100% ausmacht, ist die wesentlich bessere Detailierung der Modelle. Wenn man ein Modell von 1989 mit einem Modell aus 2009 vergleicht, dann hat sich hier technisch schon eine Menge getan.
Interessant finde ich auch die Entwicklung bei den Modellen nach Ost-Vorbild. Einen Trabant hatten damals Herpa und Wiking schnell im Programm. Aber ansonsten gab es in den 20 Jahren nur eine Hand voll Modelle nach Ost-Vorbild aus Großserienproduktion. So richtig Schwung ist erst in den letzten beiden Jahren in diesen Sammelbereich gekommen. Busch, Herpa und Brekina haben diverse neue Modelle auf den Markt gebracht und auch Modelltec S.E.S. hat endlich mal mit Formneuheiten überrascht, nachdem man fast 20 Jahre nur die alten Formen aus DDR-Zeiten genutzt hat. Ich bin gespannt was da noch kommt, Vorbilder hat es in Osteuropa genug gegeben.


Foto: © Ray Kippig

Sonntag, 8. November 2009

Tatra 148 der Feuerwehr Chemnitz

Als gebürtiger Chemnitzer gehören auch Fahrzeuge nach Vorbildern aus Chemnitz und Karl-Marx-Stadt zu meinen Sammelgebieten, so natürlich auch Feuerwehrmodelle. Theoretisch wäre es fast möglich einen kompletten Löschzug der Karl-Marx-Städter Berufsfeuerwehr im Maßstab 1:87 zusammenzustellen. Modelltec hat das Löschgruppenfahrzeug auf W50 Basis, nur leider gab es bisher keine neutralen Modelle mit der typischen weißen Bauchbinde. Brekina hatte den Barkas im Programm, Herpa bringt demnächst den Wartburg 353, einzig eine gescheite Drehleiter auf W50 Basis fehlt noch. Natürlich gehört auch noch ein Tanklöschfahrzeug zu einem Löschzug und hier gab und gibt es von Igra das Flaggschiff der damaligen Karl-Marx-Städter Berufsfeuerwehr, einen Tatra 148 CAS 32. Das Fahrzeug mit einem Aufbau von Karosa hat einen 6000 Liter Wassertank sowie weitere 600 Liter Schaummittelkonzentrat und war bis Anfang der 90er Jahre noch im Einsatz. Heute gehört es dem Chemnitzer Industriemuseum.

Das Modell mit der Artikelnummer 92975 hat Igra bereits im Frühjahr 2005 angekündigt. Groß war die Enttäuschung über das Modell, denn die Beschriftung war völlig daneben. Der Vergleich mit den Originalfotos zeigt, daß die seitliche Feuerwehr-Beschriftung mit Kleinbuchstaben, statt komplett mit Großbuchstaben ausgeführt wurde. Am Heck hat Igra eine weitere Feuerwehr-Beschriftung angebracht, die aber völlig unnötig ist. Das Stadtwappen ist viel zu groß, aber immerhin richtig. Bei den Blaulichtern hat Igra auf das vorn mittig angeordnete tschechische Sondersignal verzichtet.

Statt das Modell nachzubessern, wird es noch heute mit der falschen Beschriftung angeboten, inzwischen im Vertrieb über DoMoTo.